Stets mehr sieht man sie in Restaurants und Läden in verschiedenen Formen und Größen: Das Goldfischglas mit darin einem oder mehreren Goldfischen. Man sieht auch halbe Schalen, die mit der flachen Seite an der Wand aufgehängt werden können.
Ein Designer setzte auf alle Tische ein einfaches Glas mit darin zwei Goldfischen. Besucher schütteten Bierreste ins Glas und auch Zigaretten. Jeden Morgen wurden die toten Goldfische wieder durch neue ersetzt.
Auch im Fernsehen sieht man immer wieder Goldfischgläser einzig und allein zur Dekoration. Die Tiere werden durch ihre ‚Versorger’ eigentlich nicht mehr als lebende Wesen gesehen und behandelt, ungeachtet dass Fische sehr feinfühlige Tiere sind. Goldfische können bei guter Versorgung 20 bis 40 Jahre alt werden. In ihren engen Schalen leben sie jedoch meistens nicht länger als ein paar Tage oder Wochen.

 

Was ist verkehrt am Goldfischglas?

Viele Goldfische enden in Goldfischgläsern. Menschen sind sich leider nicht davon bewusst, dass dies für die Tiere eine Tortur ist.

Was ist daran falsch?
Zum ersten sind die Gläser natürlich viel zu klein. Die Gläser beinhalten im Durchschnitt nur einige Liter Wasser, große Goldfischgläser im besten Fall 10 bis 15 Liter Wasser. Das ist viel zuwenig für einen Goldfisch, der mindestens 250 Liter Wasser benötigt! Die viel zu kleine Wassermenge wird nicht nur viel zu schnell schmutzig, das Wasser wird auch schnell warm.
Ein anderer Nachteil des Fischlglases ist, dass durch die Form des Glases die Wasseroberfläche zu klein ist und dadurch der Sauerstoff im Wasser zu niedrig ist.                      

     
     

Vor ungefähr 1000 Jahren begonnen Chinesen mit dem Züchten von Goldfischen. Anfänglich wurden sie noch in Teichen gehalten, später wurden auch in großen Schalen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Goldfische in unzähligen Formen gezüchtet, in der ganzen Welt verbreitet und stets populärer. Jährlich werden weltweit Hunderte Millionen Goldfische gezüchtet, allein in den Niederlanden werden pro Jahr 5 – 10 Millionen Goldfische verkauft. Hieraus kann man ableiten, dass diesen Tierchen kein langes Leben gegönnt ist.

 

Das Fischglas bietet den Goldfischen auch nicht genug Abwechslung. Goldfische brauchen eine Umgebung, in der sie sich orientieren können, verstecken, Abstand zu anderen Goldfischen halten und wo sie nach Futter suchen können. Das Glas bietet dem Goldfisch außerdem viel zu weinig Bewegungsraum. Ein Fisch, auch ein Goldfisch, ist gebaut um viel zu schwimmen. In einem Glas können die Tiere nur Runden drehen.
Das Goldfischglas ist nach Meinung von Experten völlig ungeeignet, um Fische zu halten. Der Biologe und Leiter des Wilhelma Aquariums in Stuttgart, Dr. Dieter Jauch, schreibt in seinem Buch über die Versorgung von Goldfischen, dass derjene, der „Goldfische in diesen ‚Gefängnissen’ wegschließt, sich der Tierquälerei schuldig macht.

     

Wie müssen Goldfische dann gehalten werden?
Ausgangspunkt ist natürlich, dass Goldfische so artgerecht möglich gehalten werden. Ein großer und tiefer Teich ist natürlich am besten. Wenn wir sie in einem Aquarium halten, sollte dies ungefähr 15 bis 20cm lang sein und mindestens 250 Liter Wasser beinhalten. Das ist dann ein Aquarium mit dem Abmessungen 100x50x50 cm. Dieser Standard wurde vor einiger Zeit in der Zeitschrift ‚Das Aquarium’ empfohlen.

Goldfische sind soziale Tiere und sollten daher nicht allein, sondern in kleinen Gruppen, laut Experten in Gruppen von 10 Fischen gehalten werden. Weiterhin ist es wichtig, dass Goldfische im Aquarium über eine interessante, abwechslungsreiche Umgebung beschicken. Verschiedene Wasserpflanzen, Steine und ein sandiger Boden sind dann auch minimale Bedingungen.
Goldfische schwimmen gerne in Gruppen, wobei sie andauern auf der Suche nach Futter sind. Was sie hierbei gerne tun, ist mit ihrem Maul im Boden stöbern, wie auch Schweine gerne mit ihrer Schnauze in der Erde wühlen. Das bietet den Tieren die nötige Abwechslung und Bewegung und hält sie geistig und körperlich gesund.

 

Wie können wir dafür sorgen, dass Goldfische nicht mehr in diesen Gläsern gehalten werden?
Zu allererst müssen Eigentümer von Goldifschen ein normales Aquarium kaufen. Das ist zwar etwas teurer als ein Goldfischglas, aber durch den Tieren mehr Lebensraum zu geben, können sich Goldfisch und Mensch viel länger aneinander erfreuen.
An zweiter Stelle hat der Fachhandel eine große Verantwortung. Viele Menschen denken darum, das diese Gläser artgerecht sind, da sie ja in Fachgeschäften angeboten werden. Zoofachgeschäfte müssen darum auch gefragt werden, um Goldfischgläser aus dem Angebot zu nehmen. Tiergeschäfte müssen darum auch gefragt werden, um Goldfischgläser aus dem Angebot zu nehmen.

Ton Dekker und Marijke Santen

Dieser Artikel erschien in 1999 ein vielen Zeitschriften und Zeitungen, im Radio und Fernsehen.

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