Tieger lassen sich nicht mehr länger auf der Nase herumtanzen. Drei Tieger haben gezeigt, daß sie es nicht schön finden in Zoos und als Zirkusakte, oder wenn sie stehen gelassen in Amerikanischen Wohnungen. Der Neujorker Antione Yates (31) ist seit Samstag seines Ming verlustig, eines zwanzig Monate alten Tiegers. Nachbarn im Viertel Harlem hatten geklagt über Uringestank in ihrem Wohnungenkomplex. Ein Team aus Polizisten, Mitarbeitern des Tierschutzes und Zoopersonal zog in das Haus und entdeckte den hundertachtzig Kilo schweren Tieger. Ming hatte einen Hausgenossen: den einen Meter langen Kaiman Al. Die Tiere sind zu einer Betreuung gebracht worden. Eigentümer Yates war durch Ming bereits selber darauf hingewiesen worden, dass es wirklich verrückt ist: ein Tieger in einer Wohnung. Ming hatte sein Herrchen Mittwochs schnell mal am A%?!- genommen. Yates lag in einem örtlichen Krankenhaus mit Verwundungen (`gebissen durch einen Pittbull`), flüchtete nach Philadelphia um sich dort behandeln zu lassen und wurde Montags gefangen genommen.
Dienstags wurde er vorgeführt. Hinkend und mit einem Arm in einer Armschlinge erschien er vor dem Richter und erzählte was vorgefallen zwischen ihm und seinem Haustier. Yates dachte, Ming wäre ein bißchen einsam gewesen. Darum spielte er „Freundchen-Freundchen“ mit ihm, ein selbsterdachtes Balgspiel. Plötzlich wurde Mings Aufmerksamkeit abgeleitet durch Schatten, eine Straßenkatze, die kurz zuvor von Yates ins Haus geholt worden war. Ming bekam einen hungrigen Blick in seine Augen und fiel an. Yates wurde ergriffen bei einem Versuch das Kätzchen aus den Klauen der großen zu retten. „Ich bin nicht böse auf Ming“, sagte er zum Richter, der ihn freiließ bis zu seinem Proces im Dezember. „Mein Herz ist gebrochen, ich vermiß ihn so. Er ist mir ein Bruder, mein bester Freund, mein einziger Freund eigentlich.“

Traurig, aber der Tieger ist das eigentliche Schlachtopfer. Genauso wie in Belgrad, Serbien, wo eine Tiegerin schien, ihrem Zoo verloren gegangen zu sein. Ein Saubermacher hatte eine Tür offen gelassen, das dankbare Tier erkundete die Freiheit, wurde aber pardauz niedergeschossen. Tierger Montecor lebt noch, aber er ist in Quarantäne verbracht. Er hat den 59. Geburtstag Roy Horn`s verdorben. Der Deutsche unterhält, zusammen mit Siegfried Fischbacher, seit 1959 eine Tigershow. Siegfried und Roy habben einen Vertrag auf Lebenszeit mit dem Hotel-Kasino „The Mirage“ in Las Vegas. Dort kam Freitag Horns Leben beinahe zu einem vorzeitigen Ende: der weiße Tieger bis ihn während der Show in seinen Nacken. Er verlor eine Menge Blut und liegt noch immer in kritischem Zustand in dem Krankenhaus.

Es ist eine klare Botschaft: Die Tieger wollen Freiheit!