Das alljährliche Opferfest

Während des Opferfestes, das jedes Jahr stattfindet, wird vielen Tausenden von Tieren ohne Betäubung die Kehle durchgeschnitten, zu Ehren der Gottheit.
Ein Fest für den einen, aber ein immer wiederkehrender Ärger für viele andere. Aber die Schlacht ohne Betäubung geschieht nicht nur während des Opferfestes, sondern durch das ganze Jahr hindurch für den täglichen Konsum.

Ist das Opfer ein Antiterror-Fest?

Das Schlachtfest ist, der Ansicht eines Gefängnispfarrers nach, ein Antiterror-Fest. Mit anderen Worten: Das Schlachtfest ist ein gutes Mittel, um unsere terroristischen Neigungen in bessere und sicherere Bahnen zu lenken, damit nicht Menschen die Opfer werden. Oder, um kurz zu sein: fröne deine Mordlust, deine Wut, deine Rachsucht, oder was es weiter gibt, auf wehrlose Tiere. Und das wäre der Wille der Gottheit!
Als Reaktion haben wir folgendes geschrieben. Im Koran steht, dass man, statt eines Tieres, auch Geld opfern darf. Man wählt aber das Tieropfer. Dass Menschen es wie ein Fest erfahren beizuwohnen wie der Schlächter dem Tiere die Kehle ohne Betäubung durchschneidet und den blutigen Todeskampf anzusehen, ist unserem Gefühl und unserer Kultur fern. Aber der Pfarrer H. nennt es eine Art Ventil für unsere terroristischen Neigungen! Dass die rituelle Schlacht ohne Betäubung für sehr viele Menschen, und zweifellos für die betreffenden Tiere, gar kein Fest ist, wird völlig übersehen. Das Tier wird festgebunden in einem länglichen Trog, in welchem es auf den Rücken gekippt wird. Diese Behandlung macht ihm große Angst. Nach dem Halsschnitt dauert es noch ungefähr 20 Sekunden, bis das Tier schließlich das Bewusstsein verliert; erst dann fühlt es keine Schmerzen mehr. Untersuchungen haben das ausgewiesen.
Elektrische Betäubung von SchafenAber ach, was kümmert uns das, wenn wir es nur nicht fühlen! Es ist sehr wohl möglich eine umkehrbare, elektrische Betäubung anzuwenden, während welcher das Tier vollkommen gesund und unbeschädigt bleibt und auch gut ausbluten kann. Aber man will die Tradition in Ehren halten und daher nicht betäuben, weder für das Opferfest, noch für den täglichen Konsum. Könnte es sein, dass gerade die „festliche“ Grausamkeit eine der Ursachen der vielen terroristischen Taten ist? Liegen diese beiden Übel vielleicht auf derselben Linie?

Trotzdem sind wir hoffnungsvoll

Was uns dennoch ein wenig Hoffnung gibt: Auch in Deutschland wird bei religiösen Schlachtungen zunehmend eine kurze Elektrobetäubung eingesetzt, die viele Muslime als halal anerkennen. Ohne Betäubung darf hier nur mit einer Ausnahmegenehmigung geschlachtet werden. Vielleicht wird man auf diese Weise mit der Idee der Betäubung vertraut. Und vielleicht sieht man dann ein, dass Allah nur froh sein wird, wenn auch zum Opferfest die Tiere so getötet werden, dass sie möglichst wenig leiden (übrigens eine Vorschrift im Koran). Mehr dazu: Opferfest und Schächten: Es gibt eine tierfreundliche Alternative.

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