Warum sollten Tiere Rechte haben? |
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Die grüne Linie ist die Hauptlinie der Argumentation. Die gelben Abzweigungen sind Nebenwege: Vertiefung, die Sie überspringen können, ohne den Faden zu verlieren. Klicken Sie auf eine Haltestelle oder einen Nebenweg, um direkt dorthin zu gelangen; mit der Zurück-Taste Ihres Browsers (vorherige Seite) kommen Sie wieder hierher zur Karte. Haltestelle 1 von 6 · Warum Tierrechte? Grundrechte für Mensch und TierTiere verstehen das Konzept von Rechten nicht, aber sie verteidigen sich bei Gefahr oder versuchen zu fliehen. Rechte sind eine menschliche Erfindung, etwas, das kein anderes Lebewesen nutzt. Warum sprechen wir also von Tierrechten? Die Antwort ist einfach: Tierrechte sind eigentlich Menschenrechte, die Grenzen dafür setzen, wie Menschen Tiere behandeln. Diese Grenzen schränken das menschliche Handeln gegenüber anderen Arten ein, und wir nennen diese Grenzen Tierrechte. Ohne die Möglichkeit, solche Grenzen zu setzen, können wir rechtlich nicht eingreifen, wenn wir glauben, dass andere Tiere schlecht behandeln. Da der Mensch mächtiger ist als das Tier, sind Tiere besonders verletzlich. Daher sollten Menschen, die Tiere schädigen, von anderen Menschen vor Gericht gestellt werden können. Nebenweg A · Wie Menschen mit Tieren umgehen (± ½ min) Menschen, die Tiere lieben, gibt es sehr verschiedene
Es geht um Ethik, wenn wir uns fragen, wie wir mit Tieren umgehen, welche Rechte wir ihnen zugestehen? Schon Albert Schweitzer, der große Arzt und Philosoph, sagte: Ethik wurzelt in Mitleid; ohne Mitleid wird das Recht nicht umgesetzt in gerechtes Handeln. Diese Zusammenhänge werden in dem Artikel erklärt. Wie weit Tiergrundrechte gehen sollen, versteht jeder anders. Einige nehmen sich das Recht heraus, Tiere um der Nahrung oder des Sportes willen zu töten. Ganz andere finden es unverantwortlich, auch nur die kleinste Stechmücke zu töten. Da Grundrechte wieder zu ändern sehr schwierig ist, müssen sie sehr sorgfältig und genau formuliert werden, denn danach werden sie ausgelegt werden. Haltestelle 2 von 6 · Was muss eine Basis erfüllen? Auf welcher Basis müssten den Tieren Rechte zuerkannt werden?Den Tieren müsste diese Frage gestellt werden, aber leider können wir sie nicht verstehen. Sie können nur stumm oder auf ihre Art und Weise gegen Misshandlungen protestieren. Die Antwort kann deshalb nur der Mensch dem Menschen geben.
Als Basis für Tierrechte kommen in Frage: intrinsische, d. h. von innen kommende Werte, Wohlsein, Respekt, Freiheit, natürliches Betragen, Gleichheit, Mitleid usw. Viele dieser Konzepte erscheinen brauchbar bei konkreten und praktischen Situationen, doch müssen dabei weitere Punkte beachtet werden. Grundprinzipien für TierrechteRechte für Tiere müssen so formuliert werden, dass sie umsetzbar sind und dass sie Kritik standhalten.
Nebenweg B · Tod, Schädlinge und die Tierart (± ½ min)
Zudem muss verhindert werden, dass ein Tier (Schwein, Lachs) in extremen Ausmaßen für den Export gezüchtet oder gefangen wird; je größer die Masse, die gezüchtet oder gefangen wird, umso tierfeindlicher geschieht dies meist; auch die Nachfrage ist meist unnatürlich hoch. Haltestelle 3 von 6 · Was fällt weg? Einige der obigen Punkte sind aus juristischer Sicht nicht anwendbarIntrinsischer Wert und Respekt sind zwar gebräuchliche Begriffe, aber in der Praxis als unbestreitbares Tierrecht schwierig durchzusetzen; und juristisch ist es ebenso nicht vertretbar, eine Frau z.B. zu verklagen, weil sie ihren Schoßhund nicht "respektvoll" behandelt hatte. Oder: Bauer, du musst deine Hennen in Ehre halten. Aber wir können wohl die Menschen durch soziale Kontrolle so weit aufklären, dass sie mit dem Tier gerecht umgehen - bei Spielen mit lebenden Tieren, oder Exzessen im Zirkus auf Kosten der Tiere.
Die Schwierigkeit ist, genaue Richtlinien für den Umgang mit Tieren vorzugeben. - Wir können Menschen nicht zwingen, sich zivilisiert zu betragen. Aber wir können sie wohl aufklären. Auch der Begriff "intrinsischer Wert" ist nicht brauchbar als juristische Basis für Tierrechte, ausgenommen vielleicht zum Schutz seltener Tiere nach dem Motto: "In diesem Gebiet lebt eine Tierart, die nirgends anders vorkommt". Kein Schweinehalter wird seine Tiere besser versorgen, weil es einen hohen intrinsischen Wert besitzt; er wird seine Tiere so gut versorgen, wie es ökonomisch machbar ist. Nebenweg C · Allgemeine Formulierung mit spezifischen Bedingungen (± 1 min) Allgemeine Formulierung mit spezifischen BedingungenBetrachten wir den 2. Punkt: Tierrechte müssen für alle Tiere gleich gelten, dann kann das nicht bedeuten, für jedes einzelne Tier ein Tierrecht zu formulieren. Wie viele einzelne Rechte da formuliert... Das Tierrecht wird ziemlich allgemein gehalten werden müssen; eine Einteilung in einige wenige Tierklassen erscheint am ratsamsten. Ein Vorschlag zur Einteilung.
Ein Tierrecht beinhaltet, dass ein Tier immer die Freiheit besitzt, sein arteigenes Verhalten zu zeigen; falls es aber ein Lebewesen oder das natürliche Gleichgewicht bedroht - denken Sie an Rehe, die junge Bäume kahlfressen - muss die Freiheit des Tieres wieder eingeschränkt werden. Wölfe sollte der Mensch nicht ansiedeln, wo er Viehzucht betreibt. Haus- und Nutztiere müssen, Tiere in freier Natur hingegen sollten nicht gefüttert werden. Es muss etwas unternommen werden: gegen die Verschmutzung und Zerstörung der Flora und gegen die Verfälschung der Fauna: als Ersatz für den Abschuss führt man Raubtiere oder Krankheiten in das Biosystem ein? Nein. Wohlbefinden, Intelligenz und GefühleGeht es um das Wohl der Tiere, ihre Intelligenz, Gefühle oder Instinkte als Basis für Tierrechte, so ist ein Ja oder Nein zu geben eigentlich fast nicht möglich. Wie will man die Frage sicher beantworten, ob Fische fühlen oder Schweine sich langweilen können? Trotzdem sind die 4 Punkte (Pflanzen- oder Fleischfresser, Einzel- oder Herdentier, gefährlich oder ungefährlich, Größe und Art des Lebensraumes) im Umgang mit Tieren zu beachten. Mehr davon, wie die 4 Ideen für den Umgang beachtet werden, wenn der Ausgangspunkt für Tierrechte feststeht. Nebenweg D · Mittelbare Misshandlung und Bentham (± ½ min)
Für eine unmittelbare Misshandlung der Tiere ist die Strafe durch Gesetze schon geregelt, dagegen noch nicht für eine mittelbare Misshandlung, etwa wenn der Mensch die Bewegungsfreiheit des Tieres einschränkt. Doch auch das ist ein Eingriff in das (Grund-) Recht des Tieres. Hier weichen wir vom Philosophen Jeremy Bentham (1748–1832) ab, der meinte, die entscheidende Frage sei: „Können Tiere leiden?“ Diese Leidensfähigkeit ist ein Grund für Mitgefühl und für Rücksicht auf das Wohl der Tiere, aber daraus folgen noch keine Tierrechte. Haltestelle 4 von 6 · Alles in einem Schema ZusammenfassungEs folgt als Zusammenfassung ein Schema, in dem zu sehen ist, wie die einzelnen Punkte im Verhältnis zueinander stehen. Ausgangspunkte sind, dass Tiere Rechte haben und diese Rechte das Wohl der Tiere garantieren. Ein Beispiel, wie das Schema zu lesen ist: Emotionen haben mit dem Wohlsein und nicht mit den Rechten der Tiere zu tun. Es ist erstaunlich, zu sehen: dass die Punkte, die nicht zum Wohl der Tiere führen, genau diejenigen sind, worin sich Tiere sehr von Menschen unterscheiden; und dass die Punkte, die zum Wohl der Tiere führen, für Mensch und Tier ähnlich sind. Da das Wohl von Mensch und Tier von ähnlichen Bedingungen abhängt, muss der Mensch auch das Recht des Tieres auf Freiheit anerkennen.
Haltestelle 5 von 6 · Freiheit ist brauchbar Existiert ein juristischer Ausgangspunkt, der anwendbar sei und ausreiche?Wie beim Menschen ist auch beim Tier das Recht auf Freiheit als Konzept brauchbar. Freiheit ist aber ein paradoxes Konzept, denn es müssen Anfang und Ende der Freiheit bestimmt werden; sonst ist sie als Konzept nicht ausführbar. Für die Praxis müssen wir angeben, was alles Freiheit nicht ist: alles, was dem Tier ein natürliches Verhalten unmöglich macht. Grenzen gelten für Menschen und für Tiere, und gerade das ist ein Vorteil. Wir können an eine untere Grenze der Freiheit denken aber auch an physische, z.B. Zäune. Ein wichtiger Vorteil der Freiheit ist, dass sie hier eine Obergrenze setzt, nämlich die Pflicht sich für Tierrechte einzusetzen. Sobald das Recht auf Freiheit garantiert ist, fällt die Verantwortung des Menschen teilweise weg, und er muss der weiteren Entwicklung nur noch zusehen. Das Freiheitsrecht führt vor allem zum natürlichen Verhalten des Tieres. Wie es sich dann frei und eigenartig auslebt, ist nicht wichtig, sondern dass es das tut. Für Tiere in der freien Natur ist es genug, ein natürliches und kein menschliches Gleichgewicht der Natur zu sichern. Haus- und Nutztiere, es kann nicht oft genug gesagt werden, müssen sich natürlich frei verhalten können. Nebenweg E · Körperliche Integrität (± ½ min) Recht auf Freiheit bedeutet zudem körperliche Integrität: keine unnatürlichen Eingriffe am Körper wie etwa Schnäbelkappen, keine Kastration von Ferkeln, keine genetischen Manipulationen. Nebenweg F · Grenzen, die für die Tiere gut sind (± ½ min) Grenzen, die für die Tiere gut sind
Wo bei jedem Tier die Grenze liegt, müssten Tierstudien zeigen. Der Mensch könnte nach dem Motto der Natur ihren freien Lauf lassen handeln. Die Belange des Tieres seien wichtiger als die Belange des Menschen.
Kompromisse sind möglichEin wichtiger Vorteil des Konzeptes Freiheit ist, dass es auch für Menschen verständlicher ist, die nicht einverstanden sind mit äußerster, natürlicher Konsequenz. Argumentiert ein Gegner der Haustierhaltung mit dem Konzept der Freiheit gegen einen Haustierhalter, ist es gut möglich, dass dieser sich zumindest auf einen Kompromiss einlässt, und dann wird das Konzept der Freiheit argumentativ noch stärker. Ein anderer wichtiger Vorteil ist, dass Freiheit sofort und leicht festzustellen und zu kontrollieren ist, währenddessen bei anderen Konzepten langwierig untersucht werden müsste. Haltestelle 6 von 6 · Und wenn Rechte verletzt werden? Ist Freiheit als Grundrecht noch brauchbar, wenn sie verletzt worden ist?Nebenweg G · Zwei Niveaus der Verletzung (± ½ min) Man kann zunächst zwei Niveaus annehmen:
Das Halten von Haustieren und das Schlachten und Gebrauchen von Nutztieren scheint, mit Blick auf die hier formulierten Rechte der Tiere, inkonsequent zu sein. Doch auch für Schlachtvieh müssen wir fordern, dass sie vor der Schlachtung so natürlich wie möglich haben leben können. Wenn Tiere geschlachtet werden, oder Fische gefangen, so haben sie ein Recht auf einen schnellen schmerzlosen Tod. Außerdem müssen wir fordern, dass ein Tier auch in Gefangenschaft sich natürlich verhalten kann. Das Werben für die gesellschaftliche Akzeptanz dieser aller Ideen ist am wichtigsten. Recht auf Freiheit für Mensch und Tier muss als äußerste Konsequenz für eine gute Zukunft gezogen werden. Ende der Route Mehr lesen?Verneint der Besitz eines Tieres nicht dessen Recht auf Freiheit? Unterschiedliche Rechte für freie Tiere und Nutztiere. Alle Tiere haben ebenso viel Recht auf Qualität. Müssen alle Formen des unrechtmäßigen Handelns gegenüber den Tieren verboten werden? |
