Vieh gegen MKS impfen und den Export von Vieh aufgeben |
Wie steht es heute?
Seit dieser Artikel geschrieben wurde, hat sich einiges geändert. Hier die wichtigsten Punkte.
Impfen gegen Tierseuchen heute
- EU-Recht. Seit dem 21. April 2021 gilt das EU-Tiergesundheitsrecht (Verordnung (EU) 2016/429). Seit 2023 regelt eine eigene Verordnung, unter welchen Bedingungen die Länder gegen gefährliche Tierseuchen impfen dürfen (Delegierte Verordnung (EU) 2023/361).
- Vogelgrippe. Frankreich impft seit Oktober 2023 alle Enten in gewerblicher Haltung. Seitdem gibt es dort deutlich weniger Ausbrüche. In den Niederlanden läuft seit 2025 ein Feldversuch mit geimpften Legehennen. In Deutschland wird Nutzgeflügel bisher nicht gegen die Vogelgrippe geimpft.
- Maul- und Klauenseuche. Im Januar 2025 brach die MKS in Deutschland zum ersten Mal seit 1988 wieder aus, bei Wasserbüffeln in Brandenburg. Es blieb bei diesem einen Ausbruch. Seit dem 14. April 2025 gilt Deutschland wieder als „frei von MKS ohne Impfung“.
- Export. Das Problem aus dem Artikel besteht noch immer: Wer impft, verliert vorübergehend den Status „frei ohne Impfung“. Das erschwert den Export.
Quellen: EUR-Lex (Verordnung (EU) 2016/429, Delegierte Verordnung (EU) 2023/361); Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat und Friedrich-Loeffler-Institut (MKS 2025); Geflügelnews (Frankreich, Niederlande). Aktualisiert am 5. Oktober 2026. |
Impfpolitik bei Tierseuchen: eine Kritik
EU-Entscheidung 1991: keine Impfung
Die Politik zur Schweine- und Vogelpest sowie der Maul- und Klauenseuche orientiert sich an den Europäischen Richtlinien. 1991 beschloss die damalige EG, aus zwei Gründen nicht mehr zu impfen.
- Man schätzte, dass es billiger wäre, ab und zu einen Tierbetrieb zu „räumen“, als ständig zu impfen.
- Ohne Impfung konnte weiterhin in Länder außerhalb der EG exportiert werden.
Die Folgen des Impfens für den nationalen Exportmarkt hängen davon ab, was die übrigen EU-Länder tun. Würde ein Land einseitig beschließen zu impfen, dann muss verhindert werden, dass Bio-Fleisch und Fleisch aus artgerechter Haltung auf der einen Seite mit Fleisch aus Massentierhaltung auf der anderen Seite vermischt werden. Jetzt wird immer mal wieder biologisches Fleisch als Fleisch aus Massentierhaltung verkauft, wenn andere Verkaufskanäle nicht zugänglich sind. |
Das Problem: gesunde Tiere werden getötet
Durch Vogelpest und Maul- und Klauenseuche wird die Gesundheit des Tieres angetastet und es ist natürlich zu verteidigen, dass ein Tier, das aufgrund dieser Seuchen erkrankt ist, getötet wird. Wir können es jedoch nicht verantworten, dass als Folge dieser Politik gesunde (Hobby)Tiere das Risiko laufen, getötet zu werden und dass auch Tiere aus der biologischen und artgerechten Haltung präventiv geräumt werden. |
Unsere Forderungen: Impfung und Transparenz
Wir plädieren dafür, dass man sich für folgende Maßnahmen einsetzt.
Impfprogramm
- Impfung von allen Paarhufern aus der biologischen- und artgerechten Tierhaltung.
- Impfung von allen paarhufigen Hobbytieren und Federvieh auf freiwilliger Basis.
Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung
- Vollständige Rückverfolgung der Herkunft des Fleisches mittels 4 Kennzeichen:
- 1 für das Geburtsland
- 1 für das Land, in dem das Tier lebte
- 1 für das Land, in dem es geschlachtet wurde und
- 1 für das Land, in dem das Fleisch verarbeitet wurde
Natürlich empfehlen wir Konsumenten, bevorzugt solches Fleisch zu kaufen, das nicht von Tieren stammt, die über die Landesgrenzen hinaus transportiert wurden.
- Auf der Verpackung die Angabe des Alters (in Wochen), in dem das Tier geschlachtet wurde. Konsumenten müssen sich für Fleisch entscheiden können, bei dem das Tier wenigstens das Minimumalter erreicht hat.
- Auf der Verpackung eine Angabe von Punkten, entsprechend einer Gesundheitsskala des Viehzuchtbetriebes, in dem das Tier großgebracht wurde.
Exportposition aufgeben
Will man die Tierzüchtung sanieren, auch im Interesse der Tiere, dann ist es am effektivsten um die Exportposition aufzugeben. Das öffnet dann auch die Möglichkeit, um die Tiere impfen zu lassen und kann am besten zusammen gehen mit der Forderung nach ökologisch verantworteten Arbeitsweisen. Wenn die Betriebe der Massentierhaltung dies nicht wollen, dann sollte diese Forderung jedoch sicher an biologische Bauern gestellt werden, da das Exportieren von Tieren und Fleisch in Streit ist mit ökologischen Prinzipien. Sie können hiermit ein gutes Beispiel geben.
Wilde Tiere: natürlicher Verlauf
Was die Paarhufigen aus der "freien Natur" betrifft, plädieren wir für eine zurückhaltende Politik. Maul- und Klauenseuche und Vogelpest sollten in der freien Natur auf natürliche Weise seinen Lauf nehmen können. Dies sorgt für eine natürliche Selektion und Instandhaltung der Population. Auch wird auf diese Weise die Anfälligkeit der Tiere für Krankheiten auf eine natürliche Weise getestet. |
Freie Wahl für Hobbyhalter
Die Regierung überwacht den Impfstoff gegen Maul- und Klauenseuche. Ein Tierzüchter oder Tierarzt kann daher nicht ohne Einwilligung der Regierung impfen. Impfen oder nicht impfen ist damit eine politische Entscheidung auf nationalem Niveau. Hobbybauern und Tiergärten sollten die freie Wahl haben, ob sie ihre Tiere impfen lassen wollen. Vorteil ist, dass hierbei Registrierung stattfindet, so dass ein besserer Einblick entsteht in den Umfang und den Standort des Viehbestands. Die Kosten für Registrierung und Impfung können den Hobbyhaltern in Rechnung gebracht werden. Dies würde wahrscheinlich auf weniger Widerstand stoßen als das Töten ihrer Tiere. Daneben ist es auch für Hobbybauern unverständlich, dass für Geflügel im Zoo Ausnahmen gemacht werden hinsichtlich des Impfens.
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