Warum der Export von Fleisch und Milchprodukten Tierleid verursacht |
Der Export tierischer Produkte bringt wenig Gewinn
Er verursacht jedoch viel Leid, zum Beispiel bei Ausbrüchen der Maul- und Klauenseuche. Das ist unmoralisch und unnötig. Ob industrialisierte Agrarfabriken mehr Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bringen als die Ökolandwirtschaft, ist ebenfalls umstritten. Die Ökolandwirtschaft arbeitet anders und stellt andere Anforderungen an das Personal. Bei einer Umstellung müssten sich manche Arbeitskräfte also umschulen lassen. Es ist jedoch unmoralisch, diese geringen Nachteile als Argument gegen eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft zu verwenden, wenn Tiere darunter leiden.
Dieser Artikel geht von den Niederlanden aus. Deutschland ist der größte Abnehmer. Wer in Deutschland kein Fleisch aus niederländischer Massentierhaltung kauft, verringert die Überproduktion.
Themen
Siehe auch die englische Kampagne von CIWF gegen den Export lebender Tiere. Mit Erfolg: Seit Juli 2024 ist der Export lebender Tiere zur Schlachtung und Mast aus Großbritannien verboten. |
Exporte von tierischen Produkten führen zu industrialisierten Agrarfabriken
Der Konsum von industriell erzeugten Fleischprodukten steigt, da sie kostengünstig sind. Wenn wir verlangen würden, dass dasselbe Fleisch auf eine ökologisch freundliche Weise produziert wird, würden die Preise unvermeidlich steigen. Diese höheren Preise hätten den Vorteil, dass sie die Nachfrage senken würden und damit auch die Produktion von Fleisch. Das würde außerdem die Gewinnspanne für den Produzenten erhöhen. Die Konsumenten müssten sich darauf einstellen, mehr für ihr Fleisch zu bezahlen oder weniger Fleisch zu essen, im Gegenzug für eine tierfreundlichere Haltung. Handelt es sich hier nicht um ein vernünftiges Opfer, angesichts der allgemeinen Missbilligung von Tiermisshandlungen in Agrarfabriken?
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Die Nachteile des Exports von tierischen Produkten
Würde man die artgerechte und ökologische Tierhaltung in den Niederlanden zur Norm machen, dann wäre der Export von artgerecht und naturverträglich erzeugten Tierprodukten schon per Definition nicht nur unerwünscht, sondern stünde auch im Gegensatz zu den Grundprinzipien ökologischer Landwirtschaft. Diese Prinzipien verlangen die Wiederherstellung eines natürlichen Kreislaufs der Rohstoffe, der durch den Export von Tierprodukten sowie den Import von Tierfutter unterbrochen wird. Export wird nur dadurch ermöglicht, dass mehr produziert wird, als der örtliche Markt benötigt. Diese Überproduktion hat viele Qualen für die betroffenen Tiere zur Folge, da Platzmangel und die Suche nach mehr Profit dazu führen, dass Tiere auf begrenztem Raum gehalten werden. Der Import von Tierfutter entzieht den Böden im Herkunftsland des Futters Mineralien. Im Land, das das Futter importiert, wird das Agrarland dagegen übermäßig gedüngt. Das Land ist dann so stark gedüngt, dass nur noch Mais angebaut werden kann: eine der wenigen Futterpflanzen, die äußerst hohe Düngung tolerieren.
Diese Überdüngung verschmutzt auch das Grundwasser. Dadurch wird die Trinkwassergewinnung teurer und Badegewässer werden unattraktiv. Hinzu kommen unangenehme Gerüche, die zusammen mit den hässlichen Stallgebäuden der Agrarfabriken die Landschaft für Touristen unattraktiv machen. Der Transport lebender Tiere in Europa und Asien verursacht viel Stress, besonders beim Export. Das gilt selbst dann, wenn die Vorschriften zum Schutz der Tiere eingehalten werden, was oft nicht der Fall ist. Ein Verbot von Lebendtierexporten sollte mit einem Transportverbot für exotische Tiere einhergehen. |
Stehen Einschränkungen von Lebendtierexporten im Konflikt mit internationalen Vereinbarungen?
Man kann einwenden, dass Freihandelsabkommen unterzeichnet wurden, die eingehalten werden müssen. Warum ist es jedoch nicht möglich, für Tiere Ausnahmen zu machen? Die einzige Alternative ist, dass Länder von den Betreibern der Agrarfabriken verlangen, das Los ihrer Tiere zu verbessern. Die andauernden Missstände zeigen, dass dieser Ansatz nicht funktioniert, weil einige wenige Betriebe gut daran verdienen. Verbraucher, Produzenten und Regierung scheinen von einer möglichst hohen Produktion zu profitieren. Die Schäden für Umwelt und Gesundheit trägt aber die Allgemeinheit. Vor den Einwänden verschließt man die Augen, während dieselben Menschen die Praktiken beanstanden, mit denen diese Produktion erreicht wird. Diese Kombination von Kurzsichtigkeit und widersprüchlichem Verhalten wird nicht automatisch zu einer Lösung des Problems führen: Das kann nur dadurch erreicht werden, dass der Überproduktion Grenzen gesetzt werden. Die Grenzen des produzierenden Landes können verwendet werden, um die Einschränkungen zu setzen, indem Ausfuhrverbote auferlegt werden. Wenn keine Einschränkungen gesetzt werden, wird diese unmoralische Produktion kein Ende nehmen, die von unskrupelloser Anwendung der Freihandelsprinzipien stammt. |
Wer kann Exporte verbieten?
Es ist offensichtlich, dass weder der Produzent noch die Regierung freiwillig ihren eigenen wettbewerbsfähigen Vorteil aufgeben würden. Eine Lösung ist nur möglich, wenn alle Teilnehmer Zugeständnisse machen. Ein groß angelegter Übergang zu artgerechter und naturverträglicher Landwirtschaft ist nur möglich, wenn die Regierung sich entscheidet, ökologische Landwirtschaft zu unterstützen und aufhört, die Agrarfabriken zu subventionieren. Das erfordert Ehrlichkeit und Mut vonseiten der Regierung. Die verschiedenen zuständigen Regierungsämter sollten ehrlich die ökonomischen Konsequenzen der gegenwärtigen Landwirtschaftsmethoden beurteilen und sollten den Mut haben, die Frage aufzuwerfen, ob die Einführung artgerechter Landwirtschaftsmethoden wirklich den nationalen Wohlstand gefährden würde.

Der Konsument kann seinen Einfluss darauf ausüben, indem er inländische Produkte kauft, die ökologisch produziert wurden und importierte Produkte boykottiert. Dabei kann man nur gewinnen: Die Lage im eigenen Land wie im exportierenden Land verbessert sich. Für deutsche Verbraucher heißt das: kein Fleisch aus niederländischer Massentierhaltung. Kaufen Sie inländische Produkte, die ökologisch hergestellt wurden!
Was muss geschehen? Lesen Sie Schritt 2: Bauern produzieren für den Export: den niederländischen Viehbestand verkleinern.
Lesen Sie auch: Vieh gegen MKS impfen und den Export von Vieh aufgeben. |
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