Tiere und Menschen aus der Dritten Welt als moderne Sklaven |
Moderne Sklaverei im Stall
Früher reisten Nordeuropäer in ferne Länder, um Afrikaner als Sklaven zu kaufen. Heutzutage arbeitet ein Teil der Menschen in der Dritten Welt freiwillig für westliche Unternehmer. Sie lassen sich dazu verführen, Viehfutter für die Massentierhaltung anzubauen, anstelle von Nahrungsmitteln für den lokalen Markt.
Die Tiere, die hierzulande in der intensiven Viehhaltung ausgebeutet und ausgemolken werden, sind die Sklaven der 'modernen' Zeit, die nicht weniger unmenschlich behandelt werden als die 'alten' menschlichen Sklaven und auf ebenso unsichtbare Weise.
Der Westen hat die Dritte Welt in vielerlei Hinsicht verlassen, seine Investitionen sind jedoch geblieben. Von seiner Schuldenlast darf sich das Entwicklungsland dann aber durch Produktion für den Westen wieder freikaufen. Die Dritte Welt ist somit immer noch im Bann unserer ökonomischen Ideologie: Produziert und ihr werdet reich und frei! |

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Das frühere Sklavenband ist durch das Fließband des freien Weltmarktes ersetzt worden
Es funktioniert, wie im eigenen Land, ganz einfach: über die Geldgier. Die Dritte Welt braucht nur Viehfutter zu produzieren. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die lokale Ökonomie geschädigt wird und die eigene Bevölkerung nicht mehr genug zu essen hat oder sich dazu genötigt sieht, ein Stück tropischen Regenwaldes zu fällen, um Anbaugebiete zu gewinnen. Hiermit hat die Dritte Welt nicht nur ihre Grundstoffe ausverkauft, sondern verliert auch ihren eigenen Markt: Der Westen produziert billige Produkte aus Grundstoffen der Dritten Welt und unterbietet somit die Preise auf den Märkten in den Entwicklungsländern. Dieser Situation entspricht diejenige der Fabrikarbeiter des 19. Jahrhunderts, die ihren Hungerlohn in den Geschäften der Fabrikanten ausgeben mussten.
Wenn die Dritte Welt sich über diese unfaire Konkurrenz beschwert, bietet unsere Regierung ihr an, die Einfuhrbedingungen zu erleichtern, nur um gleichzeitig der heimischen Industrie auf Kosten der Steuerzahler Ausfuhrsubventionen zu gewähren. |
Durch die Automatisierung ist die Produktion umfangreicher und billiger geworden
In der Tierindustrie unseres Landes regieren heutzutage andere Verhältnisse als früher: Durch die Automatisierung kann der Viehzüchter viel mehr Tiere halten. Er wohnt oft auch weiter von den Ställen entfernt, so dass er und die Seinen weder riechen noch sehen müssen, auf welche hässliche Art und Weise sie ihr Geld verdienen.
Es fällt auch kaum noch Arbeitslohn für externe Arbeitskräfte an. Die Banken helfen, die großen Ställe zu finanzieren. Die Viehfutterbetriebe helfen beim Bau der Ställe und regeln die Anlieferung von Viehfutter. Die Tierindustrie braucht nur einen Bestimmungsort für die anfallende Gülle zu suchen. Diese wird oft mit riesigen Maschinen so schnell wie möglich in den Boden injiziert. Der Absatzmarkt für Fleischprodukte ist beinahe die ganze Welt geworden. Dies ist gleichsam eine moderne Form der Kolonisation. Nur einige gesetzliche Genehmigungsverfahren können in manchen Fällen noch die ungezügelte Ausdehnung der Produktion einschränken. |
Niemand kann Missstände in der Massentierhaltung mit eigenen Augen feststellen
Das Publikum kann durch die geschlossene Betriebsführung nicht mehr sehen, was sich hinter den Kulissen abspielt. Protest gegen eventuelle Missstände ist somit kaum zu erwarten. Kennzeichnend ist, dass der moderne Viehbauer sich in seinem Vorgarten oft Zicklein oder Hängebauchschweinchen hält, um seiner Familie und der Außenwelt zu zeigen 'wie spielerisch und unschuldig' die Viehhaltung sein kann. Dies lenkt ab von der hässlichen Wirklichkeit, die sich dahinter verbirgt.
Viele der sich verändernden Umstände haben eine positive Komponente: arbeitsintensive und schwere Arbeit ist nicht mehr notwendig. Leider erhält diese freigekommene Energie keine positive Verwendung, sie dient lediglich der Gewinnmaximierung. Nur eine kleine Gruppe profitiert direkt davon. Der Verbraucher profitiert indirekt durch einfaches und billiges Fleisch.
Habsucht, Faulheit und Prahlsucht - man denke hierbei auch an die exotischen Haustiere - lassen die Tiere in der Massentierhaltung unter dem Joch der modernen Sklavenhaltung leiden. Die Tiere sind die Opfer der heutigen Viehzucht. Für eine gute, jedoch einseitige Versorgung, die sich vollkommen auf ein schnelles und problemloses Wachstum richtet, fristen sie ein ödes Dasein und warten auf die Schlachtung. Jede Handlung, die den Gewinn verringert, wird wohlweislich unterlassen, so dass den Tieren nichts außer diesem leeren Dasein bleibt. |
Gesellschaftskritik
Aus dem Vorhergehenden spricht deutlich ein gesellschaftskritischer Geist. Auch die Tiere, die modernen Sklaven, haben das Recht auf Freiheit. Es ist dieselbe Freiheit, die der zeitgenössische Viehbauer missbraucht hat, um sein Imperium aufzubauen. Freiheit jedoch, die dazu missbraucht wird, die Rechte der Tiere zu verletzen, muss, wenn sie sich nicht in ihr Gegenteil kehren soll, eingeschränkt werden. Von den Tieren kann man keine Revolution erwarten. Wohl treffen Missstände und Skandale wie etwa schädliche Hormone, resistente Bakterien, Dioxin, Vogelgrippe, BSE und Schweinepest den Verbraucher. Die Pflicht der Einschränkung obliegt uns allen: Staat, Konsumenten, Produzenten, Banken und der Industrie. Früher hätte man diese Parteien zur Solidarität mit dem Schwachen ermahnt. Dies wird bei den Tieren kaum funktionieren, da die Verantwortung in Händen zu vieler Interessengruppen liegt.
Es ist einfach, vor der Verantwortung zu fliehen, aber das Tier kann selbst nicht für seine Rechte kämpfen. Der Konsument sagt: „Ich habe keine Zeit, in einen Bioladen zu gehen. Und Biofleisch ist zu teuer". Zusammen mit den Produzenten sagt er: „Der Staat muss die intensive Viehhaltung verbieten". Eine Verbesserung der Lebensqualität der Tiere in der Viehindustrie wird auf diese Weise nur schwer erreicht werden.
Unsere heutige Gesellschaft will zu Recht so wenig wie möglich Normen und Werte aufgedrängt bekommen. Eine Gesellschaft kann nur dann funktionieren, wenn sie aus Individuen besteht, die sich auch dann verantwortungsvoll verhalten, wenn sie nicht kontrolliert werden. Etwa indem man kein Fleisch aus der Massentierhaltung mehr isst, nicht mehr zum Vergnügen jagt und keine schädlichen Stoffe mehr ins Viehfutter mischt. |
Die Lösung
Die Lösung liegt in der tatsächlichen Aktualisierung unserer inneren Freiheit innerhalb der Gesellschaft. Das bedeutet: Die Freiheit des Menschen, die Folgen für das Tier hat, muss in all ihren Facetten geregelt werden:
- Der Import von Viehfutter, exotischen Haustieren und tierischen Produkten muss verboten werden.
- Der Bewegungsraum eines Tieres muss genau festgelegt werden.
- Kontroll- und Überwachungsinstrumente müssen eingeführt und angewendet werden (die Freiheit des Viehzüchters hört auf, wo die Freiheit des Tieres beginnt).
- Die Subventionen für umweltunfreundliche Betriebe und Betriebe, die unlauteren Wettbewerb betreiben, müssen gestrichen werden.
- Menschen sollen sich der Gewohnheiten bewusst werden, die sie daran hindern, die Folgen ihres Verhaltens und ihres Handelns gegenüber Tieren zu sehen und zu ändern.
Unsere menschlichen Beweggründe sind heutzutage sehr stark ökonomisch ausgerichtet und so sollten die einschränkenden Maßnahmen auch eingesetzt werden, während das Ziel mehr Freiheit für so viele Parteien wie möglich ist. Die Massentierhaltung sollte ökonomisch uninteressant werden und ökologische, biologische Viehzucht sollte eine faire Chance erhalten. Auf diese Weise könnte Freiheit gestaltet und der Status des Tiers erhöht werden. |
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Zehn Aussagen über Tiere, die man oft hört. Erkennen Sie den Trugschluss? Nach jeder Antwort lesen Sie, warum das Argument nicht stimmt.
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Dieser Artikel ist Teil einer Reihe über Trugschlüsse und Demagogie |
Manche Argumente werden oft angewendet ohne stichhaltig zu sein.
Diese sogenannten Trugschlüsse werden von Befürwortern wie von Gegnern verwendet. Wir stellen jedes Argument in einen schwarzen Balken, darunter steht die Antwort. So wollen wir eine sachliche und ehrliche Diskussion ermöglichen.
Hier finden Sie eine Übersicht der Arten von Trugschlüssen.
Es gibt auch Trugschlüsse zur Haltung von Haustieren. |
Trugschlüsse zu diesen Gruppen und Themen
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