Fleisch essen: die Folgen für Tiere, Umwelt, Klima und Welternährung

Fleisch essen: Fakten und Zahlen

Dritte WeltFleisch essen scheint eine persönliche Entscheidung zu sein, hat aber Folgen für die ganze Welt: für die Tiere, für die Natur, für das Klima und für Menschen, die hungern. Auf dieser Seite stellen wir die wichtigsten Fakten zusammen.

Fleisch in Deutschland

  • 2025 aß jeder Mensch in Deutschland im Durchschnitt 54,9 Kilo Fleisch, 1,4 Kilo mehr als im Jahr davor. Davon waren 28,3 Kilo Schweinefleisch und 14,7 Kilo Geflügel, so viel Geflügel wie noch nie (BLE).
  • 2025 wurden in deutschen Schlachthöfen 44,9 Millionen Schweine und 697,3 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet. Zusammen mit Rindern, Schafen und Ziegen sind das fast 750 Millionen Tiere in einem Jahr (Destatis).
  • 7 Prozent der Deutschen ernähren sich vegetarisch und 2 Prozent vegan. 37 Prozent sind Flexitarier: Sie essen nur gelegentlich Fleisch. 24 Prozent essen täglich Fleisch und Wurst, 2015 waren es noch 34 Prozent (BMLEH-Ernährungsreport 2025).
  • Deutschland erzeugt mehr Fleisch, als es selbst verbraucht: Der Selbstversorgungsgrad lag 2025 bei knapp 115 Prozent, bei Schweinefleisch sogar weit darüber. Ein großer Teil wird exportiert.

Fleischproduktion ist Lebensmittelverschwendung

Weltweit geht mehr als ein Drittel des gesamten Getreides an Tiere: 2024 etwa 1.070 Millionen Tonnen von fast 2.850 Millionen Tonnen (FAO). Für 1 Kilo tierisches Eiweiß braucht man mehrere Kilo pflanzliches Eiweiß. So geht eine riesige Menge an Nahrung als Tierfutter verloren.

Landnutzung

Die Tierhaltung nutzt weltweit etwa 77 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen: Weiden und Äcker für Futter. Sie liefert aber nur 18 Prozent aller Kalorien und 37 Prozent aller Eiweiße, die Menschen essen (Poore und Nemecek, 2018). Auch Deutschland nutzt für seine Tiere viel Land in anderen Ländern, vor allem für Soja aus Brasilien, Argentinien und den USA.

Fleischproduktion belastet die Umwelt

2024 wurden in Deutschland 484.000 Tonnen Ammoniak ausgestoßen, 92 Prozent davon aus der Landwirtschaft, vor allem aus der Tierhaltung (Umweltbundesamt). Ammoniak schlägt sich als Stickstoff in der Natur nieder und schädigt Wälder, Heiden und Gewässer. Gülle und Mist belasten zudem das Grundwasser mit Nitrat. Deutschland wurde dafür 2018 vom Europäischen Gerichtshof verurteilt.

Fleisch braucht auch viel Wasser. Laut dem Water Footprint Network werden für 1 Kilo Rindfleisch im Durchschnitt 15.400 Liter Wasser benötigt, für 1 Kilo Schweinefleisch 6.000 Liter und für 1 Kilo Hähnchenfleisch 4.300 Liter. Für 1 Kilo Getreide sind es etwa 1.600 Liter.

Fleischproduktion verschwendet Energie und schadet dem Klima

Laut der FAO ist die weltweite Tierhaltung für etwa 12 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich. Frühere Schätzungen lagen bei 14,5 Prozent (2013) und 18 Prozent (2006).

Bei der Umwandlung von pflanzlichem in tierisches Eiweiß gehen auch viele Nährstoffe und viel Energie verloren. Ein Schwein braucht etwa 3 Kilo Futter für 1 Kilo Fleisch, ein Huhn gut 1 Kilo; bei Rindern ist es noch viel mehr.

Fleischproduktion kostet Leben

Weltweit werden jedes Jahr mehr als 80 Milliarden Landtiere für Fleisch geschlachtet, die allermeisten davon Hühner. Dazu kommen viele Milliarden Fische (siehe Fischfang). Wer kein Fleisch isst, rettet im Laufe seines Lebens Hunderten von Tieren das Leben.

Würde in der Massentierhaltung weniger Fleisch erzeugt, gäbe es weniger Tierleid und viel weniger Lebensmittelverschwendung. Lesen Sie mehr über die Einwände gegen die Massentierhaltung und darüber, warum ein Exportstopp für Fleisch sinnvoll wäre.

Hunger in der Welt

2024 litten weltweit etwa 673 Millionen Menschen an Hunger: 8,2 Prozent der Weltbevölkerung (FAO, 2025). Unterernährung spielt bei etwa 45 Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren eine Rolle. 2024 starben 4,9 Millionen kleine Kinder, also sterben jeden Tag etwa 6.000 Kinder auch an den Folgen von Unterernährung. Es gibt genug Nahrung auf der Welt, um alle zu ernähren. Es wäre besser, wenn Menschen in reichen Ländern weniger Fleisch äßen und pflanzliche Nahrung gerechter verteilt würde.

Argumente für und gegen das Fleischessen finden Sie hier.

Fleisch und Gesundheit

Fleisch und Milchprodukte sind nicht nötig, um gesund zu bleiben. Viel Fleisch zu essen ist sogar ungesund. 2015 stellte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation fest, dass verarbeitetes Fleisch wie Wurst und Schinken Darmkrebs verursachen kann. Rotes Fleisch ist wahrscheinlich krebserregend. Seit 2024 empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) höchstens 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche; früher waren es bis zu 600 Gramm. Drei Viertel der Ernährung sollten pflanzlich sein.

Quellen: BLE/BZL, Fleischverzehr steigt um 1,4 Kilogramm pro Person (April 2026); Destatis, Fleischproduktion im Jahr 2025 nahezu unverändert (Februar 2026); BMLEH, Ernährungsreport 2025; FAO, Food Outlook November 2024; Our World in Data / Poore und Nemecek (2018); Umweltbundesamt, Ammoniak-Emissionen; Mekonnen und Hoekstra, Water Footprint Network; FAO, Pathways towards lower emissions (2023); Our World in Data, geschlachtete Landtiere; FAO, SOFI 2025; UNICEF, Levels and trends in child mortality 2025; DGE, Fleisch, Wurst, Fisch und Eier. Stand: Oktober 2026.