Mit Tierliebe wird gut verdient
In deutschen Haushalten lebten 2024 rund 33,9 Millionen Heimtiere: 15,9 Millionen Katzen, 10,5 Millionen Hunde, 4,3 Millionen Kleintiere und 3,2 Millionen Ziervögel. Zierfische und Terrarientiere sind dabei nicht mitgezählt. In 44 Prozent aller Haushalte lebt mindestens ein Heimtier. Dahinter steht eine riesige Industrie. Nicht nur, um die Tiere zu züchten, zu fangen oder im Tierheim aufzunehmen, sondern auch für Futter, Käfige und Spielzeug. |
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| Ein Meerschweinchen im Käfig. Sein Revier umfasst hier etwa 0,15 m² (30 x 50 cm). Normalerweise sind es mindestens 200 m², gut 1250-mal so viel. Die Tiere werden so gezüchtet, dass sie den Wünschen des Menschen entsprechen. |
Mit Werbung und Marketing bringen Unternehmen immer mehr Menschen dazu, ein niedliches Tier zu kaufen. Wie in der Massentierhaltung gibt es auch hier Massenzucht und Qualzucht, mit allen Folgen. |
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| Ein Angorakaninchen. Nur eines der vielen „Modelle“, in denen es Kaninchen heute gibt. Der Mensch bestimmt, was er schön findet. Durch Zucht passt er das Tier daran an. Auf die Interessen des Tieres selbst wird kaum Rücksicht genommen. |
Exotische Tiere
Manche Arten, vor allem exotische, werden aus ihrem natürlichen Lebensraum geholt. Die Europäische Union hat zwischen 2004 und 2014 über 20 Millionen lebende Reptilien eingeführt. Deutschland war mit gut 6 Millionen Tieren der größte Importeur. Von den eingeführten Chamäleons stammten 84 Prozent aus der Wildnis, von den Landschildkröten 66 Prozent.
Viele Tiere überleben den Transport nicht. Schmuggler rechnen manchmal damit, dass von zwanzig Vögeln nur zwei ankommen. Wer die anstrengende Reise übersteht, kommt für den Rest seines Lebens in einen Käfig oder ein Terrarium, um dem Menschen Freude zu machen. |
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| Ein Zollbeamter mit beschlagnahmten exotischen Tieren. |
Viele Tiere verbringen ihr ganzes Leben auf sehr kleinem Raum, zum Beispiel Vögel, Kaninchen, Meerschweinchen und Fische. Das ist für sie keine natürliche Lebensweise. Sie können ihre natürlichen Bedürfnisse kaum oder gar nicht ausleben. |
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| Der Lebensraum für ein Kaninchen in diesem „großen“ Käfig beträgt etwas mehr als 0,5 m² (52 x 107 cm). Das sind ungefähr neun DIN-A4-Blätter. Wildkaninchen haben normalerweise einen Lebensraum von etwa 300 m², fast 600-mal so viel! Hier verbringt das Tier sein ganzes Leben. Für natürliches Verhalten wie Graben, Kontakt mit Artgenossen oder Sexualverhalten ist kein Platz. |
Das Tierheim
Viele Tiere landen im Tierheim, wenn der Mensch nicht mehr für sie sorgen will oder kann. In Deutschland nehmen die Tierheime jedes Jahr rund 300.000 Tiere auf. Die Lage ist angespannt: 2024 waren zwei von drei Tierheimen fast dauerhaft voll oder mussten einen Aufnahmestopp verhängen. Nur 18 Prozent hatten noch Platz. |
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| Pflegerin in einem Tierheim für Katzen. Diese Tiere wurden oft abgegeben, weil man keine Zeit, Lust oder Möglichkeit mehr hatte, sich selbst um sie zu kümmern. |
Tiere, die ins Tierheim kommen, haben noch Glück, denn manche werden einfach ausgesetzt, zum Beispiel im Wald. Im Tierheim erwartet sie ein Leben im Zwinger oder Käfig, allein oder mit anderen Tieren. In beiden Fällen ist der Platz zu klein, um sich natürlich zu verhalten. Katzen werden meistens kastriert, Hunde ebenfalls häufig. Die Tiere müssen warten, bis jemand kommt, der sie nett, schön oder bemitleidenswert genug findet, um sie mit nach Hause zu nehmen. |
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| Hund im Tierheim |
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| Was ist verkehrt am Goldfischglas? |
Dürfen wir einem Tier diese Einschränkungen ohne Weiteres auferlegen?
Schlussfolgerung: ein Haustier anschaffen?
Quellen: IVH/ZZF, Der Deutsche Heimtiermarkt 2024; Auliya u. a., Trade in live reptiles and the role of the European market (Biological Conservation, 2016); Deutscher Tierschutzbund, Tierheime sind überfüllt. Aktualisiert im Oktober 2026. |
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