Früher reisten Nordeuropäer in ferne Länder, um farbige Menschen als Sklaven zu kaufen. Heutzutage arbeitet ein Teil der Menschen in der Dritten Welt freiwillig für westliche Unternehmer. Sie lassen sich dazu verführen, Viehfutter für die Massentierhaltung anzubauen, anstelle von Gewächsen für den lokalen Markt.
Die Tiere, die hierzulande in der intensiven Viehaltung ausgebeutet und ausgemolken werden sind die Sklaven der ‘modernen’ Zeit, die nicht weniger unmenschlich behandelt werden als die ‘alten’ menschlichen Sklaven und auf ebenso unsichtbare Weise.

Die Tiere, die hierzulande in der intensiven Viehhaltung ausgebeutet und ausgemolken werden, sind dann die Sklaven der Moderne, und sie werden so mißhandelt wie die früheren Sklaven, und wie früher geschieht es unsichtbar.

Der Westen hat die Dritte Welt in vielerlei Hinsicht verlassen, seine Investitionen macht er jedoch weiter. Von seiner Schuldenlast darf sich das Entwicklungsland dann aber durch Produktion für den Westen wieder freikaufen. – Die Dritte Welt ist somit immer noch im Bann unserer ökonomischen Ideologie: Produziert und ihr werdet reich und frei!

 
     

Das frühere Sklavenband ist durch das Fließband des freien Weltmarktes ersetzt worden, das wie im eigenen Land auch einfach funktioniert aufgrund der Geldgier.  – Die Dritte Welt braucht nur Viehfutter zu produzieren. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, daß die lokale Ökonomie geschädigt wird und die eigene Bevölkerung nicht mehr genug zu essen hat, oder sich dazu genötigt sieht, ein Stück tropischen Regenwaldes zu fällen, um Anbaugebiete zu gewinnen. Hiermit hat die Dritte Welt nicht nur ihre Grundstoffe ausverkauft, sondern auch der Westen produziert  billige Produkte aus Grundstoffen der Dritten Welt und unterbietet somit die Preise auf den Märkten in den Entwicklungsländern. Dieser Situation entspricht diejenige der Fabrikarbeiter des vorigen Jahrhunderts, die ihren Hungerlohn in den Geschäften der Fabrikanten ausgeben mußten.

Wenn die Dritte Welt sich über diese unfaire Konkurrenz beschwert, bietet unsere Regierung ihr an, die Einfuhrbedingungen zu erleichtern, nur um im gleichen Zuge und auf Kosten der Steuerzahler, der vaterländischen Industrie Ausfuhrsubventionen zu erteilen.
 

Durch die Automatisierung ist die Produktion umfangreicher und billiger geworden

In der Tier-Industrie unseres Landes regieren heutzutage andere Verhältnisse als früher: Durch die Automatisierung kann der Viehzüchter sich viel mehr Tiere halten. Er wohnt oft auch weiter von den Ställen entfernt, so daß er und die Seinen weder riechen noch sehen müssen, auf welche häßliche Art und Weise sie ihr Geld verdienen.

Es fällt auch kaum noch Arbeitslohn für externe Arbeitskräfte an. Die Banken helfen, die großen Ställe zu finanzieren. Die Viehfutterbetriebe helfen beim Bau der Ställe und regeln die Anfuhr von Viehfutter. Die Tier-Industrie braucht nur einen Bestimmungsort für den anfallenden Mist zu suchen. Dieser wird oft mit riesigen Maschinen so schnell wie möglich in den Grund injiziert. Der Absatzmarkt für Fleischprodukte ist beinahe die ganze Welt geworden. Dies ist gleichsam eine moderne Form der Kolonisation. Nur einige gesetzliche Genehmigungsverfahren können in manchen Fällen noch die ungezügelte Ausdehnung der Produktion einschränken.

 

Niemand kann Mißtände in der Bio-Industrie mit eigenen Augen feststellen

Das Publikum kann durch die geschlossene Betriebsführung nicht mehr sehen, was sich hinter den Kulissen abspielt. Protest gegen eventuelle Mißstände ist somit kaum zu erwarten. Kennzeichnend ist, daß der  moderne Vieh-Bauer sich in seinem Vorgarten oft Zieglein oder Hängebauchschweinchen hält, um seiner Familie und der Außenwelt zu zeigen ‘wie spielerisch und unschuldig’ die Viehhaltung sein kann. Dies lenkt ab von der häßlichen Wirklichkeit, die sich dahinter verbirgt. Viele der sich verändernden Umstände haben eine positive Komponente: arbeitsintensive und schwere Arbeit ist nicht mehr notwendig. Leider erhält diese freigekommene Energie keine positive Verwendung, sie dient lediglich der Gewinnmaximierung. Nur eine kleine Gruppe profitiert direkt davon. Der Verbraucher profitiert indirekt durch einfaches und billiges Fleisch.

Habsucht, Faulheit und Prahlsucht – man denke hierbei auch an die exotischen Haustiere – lassen die Tiere in der Industrie unter dem Joch der modernen Sklavenhaltung leiden. Die Tiere sind die Opfer der heutigen Viehzucht. Für eine gute jedoch einseitige Versorgung, die sich vollkommen auf ein schnelles und problemloses Wachstum richtet, erleiden sie eine langweilige Existenz wartend auf ihre Schlachtung. Jede Handlung, die den Gewinn verringert, wird wohlweislich unterlassen, so daß den Tieren nichts außer diesem leeren Dasein bleibt.

 
     

Aus dem vorhergehenden spricht deutlich ein gesellschafts-kritischer Geist. Auch die Tiere, die modernen Sklaven, haben das Recht auf Freiheit, dieselbe Freiheit, die der zeitgenössische Vieh-Bauer mißbraucht hat, um sein Imperium aufzubauen. Freiheit jedoch, die dazu mißbraucht wird, die Rechte der Tiere zu schänden, muß wenn sie sich nicht in ihr Gegenteil kehren soll, eingeschränkt werden. Von den Tieren kann man keine Revolution erwarten. Wohl treffen Mißstände und Skandale wie etwa schädliche Hormone, resistente Bakterien, Dioxin, Vogelgrippe, BSE und Schweinepest den Verbraucher. Die Pflicht der Einschränkung obliegt uns allen: Staat, Konsumenten, Produzenten, Banken und der Industrie. Früher hätte man diese Parteien zur Solidarität mit dem Schwachen ermahnt. Dies wird bei den Tieren kaum funktionieren, da die Verantwortung in Händen zu vieler Interessensgruppen liegt. Es ist einfach, vor der Verantwortung zu fliehen, aber das Tier kann selbst nicht für seine Rechte kämpfen. Der Konsument sagt: Ich habe keine Zeit, um in einen Bioladen zu gehen, und Biofleisch ist zu teuer. und mit den Produzenten sagt er: Der Staat muß die intensive Viehzüchtung verbieten. Eine Verbesserung der Lebensqualität der Tiere in der Vieh-Industrie wird auf diese Weise nur schwer erreicht werden.
Unsere heutige Gesellschaft will so wenig möglich Normen und Werte aufgedrungen bekommen, und zu Recht. Eine Gesellschaft kann nur dann funktionieren, wenn sie aus Individuen besteht, die sich auch verantwortungsvoll verhalten und wenn sie nicht kontrolliert werden: wenn etwa Fleisch aus der Fleisch-Industrie nicht mehr verzehrt, der Jagdsport in der freien Natur nicht mehr stattfinden oder schädliche Stoffe ins Viehfutter gemischt werden dürfen.

 

Die Lösung liegt in der tatsächlichen Aktualisierung unserer inneren Freiheit innerhalb der Gesellschaft. Dies bedeutet sich bewußt sein, daß Freiheit in all ihren Facetten geregelt werden muß:

  • Der Import von Viehfutter, exotischen Haustieren und tierischen Produkten muß verboten werden.
  • Der Bewegungsraum eines Tieres muß genau festgelegt werden
  • Kontrolle- und Überwachungsinstrumente müssen eingeführt und angewendet werden (die Freiheit des Viehzüchers hört auf, wo die Freiheit des Tieres beginnt)
  • Die Subventionen für umweltunfreundliche Betriebe und Betriebe, die eine unehrliche Konkurrenz betreiben, müssen gestrichen werden.
  • Menschen sollen sich der Gewohnheiten bewußt werden, die sie daran hindern, die Folgen ihres Verhaltens und ihres Handelns gegenüber Tieren zu sehen und zu ändern.

Unsere menschlichen Beweggründe sind heutzutage sehr stark ökonomisch ausgerichtet und so sollten die einschränkenden Maßnahmen auch eingesetzt werden, während das Ziel die Zunahme von Freiheit von so vielen möglichen Parteien ist. Tier-Industrie sollte ökonomisch uninteressant werden und ökologische, biologische Viehzucht sollte eine fehre Chance erhalten. Auf diese Weise könnte Freiheit gestaltet und der Status des Tiers erhöht werden.